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Vorgelagert dem Ostseebad Rerik ist die Halbinsel Wustrow. Die mehr als 1000 Hektar große Halbinsel gehört zu den schönsten Flecken der mecklenburgischen Küste.
Die Halbinsel Wustrow erstreckt sich vom Nordwesten nach Südwesten und hat eine Länge von etwa 10 km. Die größte Breite beträgt 2 km. Wustrow ist fast eine Insel, denn die Verbindung zum Festland wird durch eine ursprünglich nicht mehr als 50 Meter breite Landzunge auf einer Länge von 1km gebildet. Diese Landzunge grenzt auf natürliche Weise das Salzhaff von der Ostsee ab. Gegen Nordwesten fällt das Ufer steil ab. Die mit 21 Metern größte Erhebung liegt an der Nordseite.

Blick vom Schmiedeberg auf die Halbinsel Wustrow

Die Geschichte zu Wustrow ist lang und abwechslungsvoll.
Vor Beginn der militärischen Nutzung hat es hier drei Ortschaften gegeben - Groß, Klein und Neu Wustrow. Klein Wustrow bildete ein Vorwerk des Gutes Groß Wustrow, Neu Wustrow war im Besitz dreier Erbpächter. Die ersten überlieferten Besitzer des Gutes stammen aus dem Geschlecht der Familie von Oertzen, das im benachbarten Roggow seinen Stammsitz hat.
Zwei alte Grabsteine in der Kirche von Rerik sind einzige Zeugnisse, mit der Jahreszahl 1465.Im Laufe der Jahre wechseln die Besitzer ständig. Einer von ihnen, Matthias von Vieregge betreibt einen schwungvollen Getreidehandel- vorbei an den Vorkaufsrechten der Städte Wismar und Rostock. Noch bis 1933 besaß Wustrow eine eigene Verladestelle und ein Transportschiff für die Verfrachtung von Getreide. Die Familie Stever, Besitzer von 1820 - 1907 ließ in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts das neue Herrenhaus errichten. Hiervon ist heute nur noch eine Ruine zu sehen.

JahrBesitzer/ Gutsherren
 von Moltke
bis 1591von Oertzen
1591von Vieregge
1648Erich Hans Ulfsparre
um 1660Helm. Otto Freiherr von Winterfeld
1696Samuel Christorph von Plessen u.a.
1748von der Kettenburg
1782Goldschmidt
1789Christorph Heinrich Jörns - Fiedrich Jörns
1815Consul Peter Burchard
1820Dr. Theodor Ernst Stever u.a.
1907Mecklenburgische Ansiedlungsgesellschaft
1907Landbank Berlin
1908Ralf Rewohlt
1912Dr. Joachim Herms
1916/17Herbert Klotz
1925-1933Hans von Plessen
1933/34Deutsches Reich
1945Bodenreform
1949Rote Armee
1993Bundesvermögensamt
1998Fundus Gruppe ECW

Die letzten Herren auf Wustrow waren Hans Balduin und Bernhard von Plessen. Die verheerende Sturmflut 1872 ist noch heute in Erinnerung. Damals wurde die Landzunge zur Halbinsel unterbrochen und die auf der Düne stehende Windmühle zerstört. Am 17. Februar 1933 endete die jahrhundertlange Geschichte des Rittergutes. Für 1,4 Millionen Reichsmark ging die Insel in den Besitz der Reichswehr über. Der nun folgende Bau einer hochmodernen Flakartillerieschule brauchte viele Arbeitskräfte. Der örtliche Handel und das Handwerk profitierten. 1934 nach dem Abzug des Herrn von Plessen begann der Ausbau des Herrenhauses, von Speichern und Ställen für provisorische Truppenunterkünfte. Durch Umzug der 3 Erbpächter in benachbarte Orte wurde weiter Platz für Wohnbauten, Materiallager und Feuerstellungen geschaffen. Im März 1935 zog die Flakartillerieschule ein. Neben der Schule befand sich auf dem Übungsplatz Wustrow auch ein Luftdienstkommando. Bis zu den letzten Tagen des Krieges wurden Einsätze zur Versorgung eingeschlossener Truppen unter anderen nach Berlin geflogen. Für die zahlreichen Bombenangriffe während des Krieges ist der Soldatenfriedhof in Rerik ein trauriges Zeugnis. Viele Gebäude auf der Insel wurden zerstört.
Nach Kriegsende wurde die Halbinsel zum Bodenreformland bestimmt und zur Ansiedlung freigegeben. Noch vor der Gründung der DDR fand mit Unterstützung der Landesregierung die sogenannte "Aktion Rerik" statt. Die Neubauern mussten ihr Land zurückgeben und die Halbinsel wieder verlassen. 1949 wird Wustrow russische Garnison. Erst 1993 im Oktober verlassen die Soldaten die Halbinsel.
Das Bundesvermögenssamt schreibt die Insel zum Verkauf aus. Die FUNDUS Investorengruppe aus Köln erhält den Zuschlag nach einem Bebauungskonzept in der die Wiederherstellung der alten Gartenstadt im Vordergrund steht. Das Naturschutzgebiet bleibt unantastbar.

Führungen sind zur Zeit nicht möglich.


Informationen zur weiteren Entwicklung auf der Halbinsel Wustrow erhalten über die Stadt Ostseebad Rerik aus dem Rathaus oder das Amt Neubukow-Salzhaff aus dem Bauamt.




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